Neuraltherapie nach Huneke

Sonneblume Bei der Neuraltherapie, benannt nach ihren Entdeckern den Brüdern Ferdinand und Walter Huneke, wird ein örtliches Betäubungsmittel, meistens das Lokal-Anästheticum Procain, zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken an bestimmte Stellen des Körpers injiziert. Dies geschieht durch intracutanes Spritzen, das sogenannte Quaddeln. Das Procain wirkt nicht nur betäubend, sondern regt die Durchblutung im Gewebe an. Zu Beginn der Behandlung führe ich immer ein sehr ausführliches Anamnesegespräch. Im Anschluss werden dann ca. 5-10 ml des Lokalanästhetikums gespritzt. Je nach Krankheitsbild und Ort der Beschwerden sind mehrere Einstiche notwendig. In einigen Fällen reicht bereits eine einzige Behandlung aus, häufig sind jedoch 5-10 Behandlungen sinnvoll, um dauerhaft die Beschwerden/Schmerzen zu lindern.

Für welche Krankheitsbilder ist eine Neuraltherapie sinnvoll?

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates, z.B. Gelenksentzündungen, Rheuma, Bandscheibenbeschwerden/Bandscheibenvorfall, Muskelbeschwerden Verspannungen)
  • Erkrankungen des Hautsystems, insbesondere schmerzhafte Narben. Hier sei besonders die Kaiserschnittnarbe/Sectionarbe erwähnt. Einige Frauen empfinden ein Abgetrenntheitsgefühl nach der Geburt. Hier ist eine Narbenentstörung sehr sinnvoll.
  • Erkrankungen des Nervensystems: Karpaltunnelsyndrom (CTS=Carpaltunnelsyndrom), Migräne, Trigeminusneuralgie

Gegenanzeigen/Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Risiken

Die Neuraltherapie darf nicht angewendet werden bei schweren Infektionskrankheiten, immunologischen Erkrankungen, bestimmten Allergien (vor allem gegen das Lokalanästhetikum!), akuten Entzündungen des betreffenden Hautareals oder Blutgerinnungsstörungen. Mögliche Nebenwirkungen (z. B. Irritationen von Nerven, Gefäßen oder Organen durch die Injektionsnadel) sind selten. Es kann jedoch zu einer minimalen Blutung, einem kleinen Hämatom (“blauer Fleck") an der Einstichstelle oder zu einem „Muskelkater-Gefühl“ im Bereich der Injektionen kommen.